Chatbots

Veröffentlicht am 14. August 2017 | von José Luis Carretero

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Sparkasse Kwitt

Sparkasse Kwitt José Luis Carretero

Detailbewertung

Leistungsumfang
Kundennutzen
Usability
Businessnutzen
KI-Faktor
Aufwand

Gesamtwertung: Mit diesem Chatbot kann man zwar "nur" personalisierte Videos anhand fester Fragen generieren, aber das macht vor allem aufgrund der Figur des Boten viel Spaß.

2.3

Lustiger Kampagnen-Bot


Mit ihrem Chatbot bewirbt die Sparkasse seit Februar 2017 die neue Geldsendefunktion „Kwitt“ in der Sparkassen-App.

Der Bote der Sparkasse ist ein Chatbot im Facebook Messenger. Mit ihm kann man ein personalisiertes Video erstellen, in dem der muskelbepackte tätowierte Bote Facebook Freunden eine Nachricht überbringt.

Leistungsumfang

Zu Beginn fällt der Bote der Sparkasse im wahrsten Sinne des Wortes krachend mit der Tür ins Haus: In einem animierten GIF bricht er nämlich durch eine Wand. Anschließend hat man die Wahl zwischen vier verschiedenen Anlässen für den virtuellen Botengang. Je nach gewähltem Anlass fragt der Bote dann noch weitere Informationen ab und erstellt schließlich ein personalisiertes Video, in dem diese Informationen sowie Name und Profilbild des Auftraggebers auftauchen und ggf. auch noch eine persönliche Botschaft.

Die Steuerung erfolgt im Wesentlichen durch Slider und Buttons. Der Bot reagiert aber sehr authentisch, nutzt in seinen Antworten Emojis, schmückt sie mit lustigen und coolen Sprüchen aus, die häufig auch von animierten GIFs begleitet werden, greift die Antworten des Nutzers auf und „stolpert“ sogar über die Autokorrektur. Freie Fragen versteht er im Grunde nicht, aber auf die Frage „Bist du ein Bot?“ kam immerhin die Antwort „Ich bin kein Bot ich bin der Bote.“ Andere Fragen oder auch Komplimente und Beleidigungen werden mit einem forschen „Was willst du jetzt von mir?“ beantwortet.

Kundennutzen

Einen längerfristigen Nutzen hat man von einem Kampagnen-Bot wie diesem hier zwar nicht, aber es macht Spaß, damit verschiedene Videos zu generieren, vor allem weil sie personalisierte Elemente enthalten. Außerdem ist die Figur des Boten sehr kreativ und sympathisch umgesetzt. Mit seiner lässigen Art sorgt er für einen recht deutlichen Kontrast zum Stereotyp eines Sparkassenmitarbeiters.

Usability

Der Nutzer wird zu Beginn namentlich begrüßt (Die Daten kommen aus dem Facebook-Profil.) und anschließend stringent anhand von Slidern und Buttons durch den Prozess geführt. Möglichkeiten, vom Prozess abzuweichen, gibt es nicht. Wenn man seine Eingabe korrigieren möchte, bleibt einem daher nur ein kompletter Neustart. Am Ende gibt es die Möglichkeit, ein weiteres Video zu generieren, mehr über die Geldsendefunktion Kwitt zu erfahren oder den Boten einen Tanz aufführen zu lassen. Wenn der Nutzer sich für Kwitt interessiert, dann wird ihm nur empfohlen, die neueste Version der App runterzuladen. Diesen Schritt hätte man sicherlich noch komfortabler gestalten können, denn jeder Medienbruch reduziert erfahrungsgemäß die Konversion.

Businessnutzen

Die Sparkasse zielt mit dieser Kampagne auf eine junge Zielgruppe ab, die am ehesten das bequeme Zahlungsmittel Kwitt nutzen würde. Sowohl die Wahl des Facebook Messengers als Plattform als auch die Figur des Boten und dessen Tonalität sind dazu sehr gut geeignet. Auch wenn der Bote im Kontrast zur sonst eher konservative Marke Sparkasse steht, so zahlt dies doch eher auf ein jüngeres Markenimage ein, als der Marke zu schaden.

KI-Faktor

Der Bot versteht keine freien Fragen und enthält daher auch keine KI.

Aufwand

Da der Bot im wesentlichen die Umsetzung eines Formulars ist und keinerlei Abweichungen vom Prozess erlaubt, war die technische Umsetzung vermutlich nicht sehr aufwändig. Deutlich mehr Aufwand dürfte in die kreative Gestaltung der Figur des Boten, der Texte, in die kleinen Filme und in die Zusammenstellung der personalisierten Videos geflossen sein.

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Über den Autor

Während seines Studiums der Angewandten Kultur­wissenschaften und BWL hob José Luis bereits 1989 das erste vollständig in DTP-Technologie erstellte Stadt­magazin aus der Taufe. Die Erkenntnis, dass Technologie das Geschäft beflügelt, ist der rote Faden seiner beruflichen Stationen in renommierten Agenturen, einer Unternehmens­beratung sowie als Verlags- und Marketing­geschäftsführer. Bei AppliedSmartness sorgt er als Gründer dafür, dass Marke und Marketing im Vordergrund stehen.



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